Was kann Familie?

- Ein genreübergreifendes Kurzfilmprogramm der SK Stiftung Kultur

 
© The Blaze -Territory 
 
Laufzeit jeweils ca. 80 Min./ individuell anpassbar
 
Die Zeiten in denen es zwangsläufig eine Mutter, einen Vater und ein Kind brauchte, um sich als Familie zu begreifen, sind vorbei. Zwar ist diese Konstellation in Deutschland mit etwa 70 Prozent immer noch die mehrheitlich vertretene Familienform mit minderjährigen Kindern, doch unser Verständnis von Familie ist innerhalb der letzten Jahrzehnte weitaus diverser geworden. Alleinerziehende Eltern, gleichgeschlechtliche Ehen, Patchwork… – mittlerweile gibt es verschiedenste Konstellationen von familiären Gemeinschaften.

Alle haben sie eines gemeinsam: Sie fußen zumeist auf einem feinen Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz, welches empfindlich auf plötzliche, räumliche Veränderungen reagiert. Der Corona Lockdown 2020 führte uns dies schonungslos vor Augen. Egal wie unsere Familienstrukturen in diesem Jahr aussahen, alle wurden und werden sie auf eine besondere Probe gestellt. Junge Erwachsene wohnen für Monate wieder in den elterlichen vier Wänden, in leeren Wohngemeinschaften und vollen Heimen wurden die Bewohner*innen entweder mit fehlender Privatsphäre, oder intensiver Einsamkeit konfrontiert. Partner*innen konnten sich nicht aus dem Weg gehen, Eltern und Kinder rangen um Arbeits- Spiel- und Freizeit. Es sind intensive Zeiten für jede Form von familiären Gefügen. Es braucht keine Pandemie, um zu wissen, dass Schmerz und Enttäuschung Teil dessen sind. Die Erfüllung von Grundbedürfnissen wie Geborgenheit, Liebe und Vertrauen sind es jedoch, die es zu gewinnen gibt.

Um sich familiär geborgen zu fühlen braucht es keine Blutsverwandtschaft, keine Ehe und keinen gemeinsamen Nachwuchs. Was es stattdessen braucht ist schwer zu definieren und von Beziehungen zu Beziehung unterschiedlich. Es gibt nicht viele Menschen, mit denen wir derart prägende Zeiten erleben. Mit solchen, mit denen wir dies jedoch tun, teilen wir Geschichten.
Einige davon sind Teil unseres Kurzfilmprogramms.
 
Das Programm kombiniert aktuelle sowie historische Kurzfilme, Dokumentarfilme, Animationen, Musikvideos und Werbefilme und beleuchtet das Thema aus den vielfältigen Blickwinkeln der künstlerischen Auseinandersetzung. 
 
Kuratiert von Birgit Hauska und Simon Rupieper.
 
Filmliste:
- Das satanische Dickicht 3 (D 2017, Willy Hans, 22')
- The Blaze – Theretory (FRA 2017, The Blaze, 5:30')
- Ties (D/RUS 2019, Dina Velikovskaya, 7')
- Die Mitspeisenden (D 1989, Hermine Huntgeburth, 15')
- Ein Brief an meinen Vater (D 2014, Nikolai Meierjohann, 7')
- Mall (D 2019, Jerry Hoffmann, 7')
- In den Binsen (D 2020, Clara von Arnim, 6‘)
- Moonjourney (D 2016, Chiara Grabmayr, 2:30‘)
 
Vorstellungen:
Mittwoch, 18.11.20 um 21.30 Uhr, Lichtspiele Köln Kalk, Kalk-Mülheimer Str. 130/132, 51103 Köln
Sonntag, 22.11.20 um 15.00 Uhr, Filmforum NRW im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
 
Weitere Informationen zum Kurzfilmfestival Köln No.14 ab Anfang November hier: http://www.kffk.de/