f

Collecting Video Art I

tl_files/medienkunst/Sammeln von Medienkunst/Collecting Video Art I.JPGIvo Wessel, Olaf Stüber, Laurent Fiévet (v.l.n.r.)

Freitag, 15.2.2013
14.00 – 15.30 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn
Laurent Fiévet (Paris)
Ivo Wessel (Berlin)
Moderation: Olaf Stüber Berlin

Laurent Fiévet ist ein stiller, ein sehr bescheidener Sammler mit einem Hang zu eher stillen aber wenig bescheidenen Arbeiten, die jede für sich eine wunderbare Spur von Humor in sich tragen (ein Thema an das sich leider nicht sehr viele Künstler wagen). Fiévet ist selbst Künstler, stellt jedoch lieber seine Leidenschaft als Sammler in den Vordergrund, zumal er gleich zwei Sammlungen zu betreuen hat: seine eigene, ganz persönliche und die Sammlung des Unternehmens seiner Familie. Als Urenkel von Leon Bel, des Gründers der Bel-Gruppe – durch Käsesorten wie Babybel und La vache qui rit bekannt – ist er Direktor des firmeneigenen Künstlerlaboratorium Lab’Bel in Paris. Die Sammlung wir regelmäßig im Musée des Beaux-Arts de Dole im französischen Jura präsentiert.

Laurent Fiévet zeigte:

  • Cinthia Marcelle, Cruzada, 2010
  • John Wood And Paul Harrison, The only other point, 2005

Der Softwareentwickler Ivo Wessel begann schon früh zu sammeln: bereits als Schüler kaufte er 1982 auf der Documenta 7 die Edition „7000 Eichen“ von Joseph Beuys. Seine eigentliche Leidenschaft galt zu Beginn jedoch weniger der Kunst als vielmehr der Literatur – Arno Schmidt aber auch Marcel Proust gehörten zu seinen Lieblingsschriftstellern. Auch war er nahe an der „Frankfurter Schule“. So fuhr er in den 80er Jahren Eckhard Henscheid zu dessen Lesungen, hortete obsessiv dessen Schriften und Aufzeichnungen und kuratierte 2001 damit eine umfassende Werkschau. Noch heute schlagen zwei Seelen in Wessels Brust wenn er vor der Entscheidung steht, den Büchernachlass eines Schriftstellers zu kaufen oder die Arbeit eines zeitgenössischen Künstlers. Wessels Wohnloft in Berlin-Moabit spiegelt diese beiden Seelen sehr augenfällig – Wessel lebt inmitten von Bücherregalen und Zeitungsstapeln, zwischen sorgfältig inszenierten Videoinstallationen und noch verpackten Kunstwerken. Was alles miteinander verbindet, ist die Liebe zum geschriebenen und gesprochenen Wort. Denn auch in den über 100 Werken seiner Lieblingskünstler, wie Via Lewandowsky, Sven Johne, Maurizio Nannucci, Bruce Nauman oder Stefan Panhans ist eine eindeutige „Textlastigkeit“ auszumachen.

Ivo Wessel zeigte:

  • Christian Marclay, Telephones, 1995
  • Stefan Panhans, Sieben bis zehn Millionen, 2005
  • Sven Johne, Tears of the Eyewitness, 2009
  • Bjørn Melhus, America sells, 1990