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Zeit meines Lebens

Ein Filmprogramm über Begegnungen von Jung und Alt

tl_files/Film/Filmprogramm Zeit meines Lebens/You and Me (Karsten Krause, D 2009), aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen_Webseite.jpgYou and Me (Karsten Krause, D 2009, aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen)

Wie blicken Jung und Alt auf das Leben? Wo begegnen sich die Blicke – wo sind die Generationen voneinander entfernt? Wie fühlt sich das Leben an – wie die Vergänglichkeit?

Das Filmprogramm beleuchtet mit einer Mischung aus zeitgenössischen, historischen und künstlerischen Kurzfilmen, Werbeclips, Videoarbeiten, Kurz-Dokumentarfilmen und Musikvideos unterschiedlichste Facetten des Alterns und der Begegnung von Generationen und lädt zugleich zum Schmunzeln und zur Reflektion ein.

Die SK Stiftung Kultur ernannte in den vergangenen zwei Jahren den Dialog der Generationen zum Leitgedanken mehrerer Projekte ihrer Medienkunstvermittlung – und so soll es auch in diesem Filmprogramm um Geschichten und Gedanken über das Älter werden und Situationen zwischen Alt und Jung gehen.

Es wurde zusammengestellt von Dominik Bühler, Birgit Hauska und Nina Waibel.

Am 2. Mai 2014 wurde "Zeit meines Lebens" im Rahmen von Art & Amen in der Kirche St. Michael (Brüsseler Platz 1, 50674 Köln) zum ersten Mal präsentiert. Am 4. Juli 2015 haben wir in der Kino-Lounge der Generationeninsel des Deutschen Seniorentags in Frankfurt a.M. Einblicke in das Filmprogramm gegeben. Am 31. Oktober 2015 wurde das Programm im Rahmen des Internationalen Filmfestivals STORYBOARD – Kino der Generationen in der Schauburg in Dortmund vorgeführt.

Weitere Aufführungen an anderen Orten sind in Planung.

Filme des Programms

Girl Power (Regie: Per Carleson, Schweden 2004, Spielfilm, 4′)
Ein Stück schwedisches Fahrradglück und ich denke an Lotta aus der Krachmacherstraße.  Aus einem roten PKW, einem Mountainbike  und einer älteren Dame mit Hut und Hausschuhen webt der schwedische Regisseur Per Carleson den Stoff dieses kurzen Spielfilms, der uns mit einem Lächeln zurück lässt.

Zwischen vier und sechs (Regie: Corinna Schnitt, Deutschland 1998, Kurzfilm, 6′)
Auch nach der Pensionierung  ist der Sonntag ein heiliger Familientag mit einer rituellen gemeinsamen Unternehmung geblieben, aber was für einer…. Und die längst erwachsene Tochter blickt zurück auf die geregelten Abläufe einer behüteten Kindheit in einer deutschen Kleinstadt. Was kann schöner sein oder bleibt mir die Luft weg?

Start Something New (Empieza algo nuevo) – IKEA (Regie: Pep Bosch, Spanien 2013, Werbespot, 2′)
Warum immer die gleiche Sicht auf die Dinge haben? Mit einem knallpinken Klappstuhl im Gepäck eröffnen sich ungeahnte Perspektiven…

Entinen Mies (Regie: Lale Nalpantoglu, Deutschland 2001, Spielfilm, 5′)
Wir sehen eine Kamerachoreographie, bei der aus dem Himmel in Vogelperspektive auf die Erde gewirkt und geschaut wird. Die Jungen machen die Musik, die Älteren tanzen und mit ihnen die Lebensfreude. Entinen Mies offenbart, dass das Umsetzen von Sehnsüchten und Wünschen keine Frage des Alters ist.

Viva Young – Taco Bell (Regie: Noam Murro, USA 2013, Werbespot, 1)
Ein Werbeclip aus dem Hause der amerikanischen Lebensmittelkette Taco Bell, die auf Tex-Mex-Fastfood spezialisiert ist. Und siehe da, die Tacos schmecken auch den Älteren. Oder sind sie gar der Schlüssel zum prallen Leben?

A Portrait of Ga (Regie: Margaret Tait, Großbritannien 1952, Dokumentarfilm, 4’)
Mit wenigen, warmen Bildern voller visueller Kraft gelingt der Filmemacherin eine berührend poetische Hommage an ihre Mutter und die Landschaft ihrer schottischen Heimat.

Undressing My Mother (Regie: Ken Wardrop, Irland 2004, Dokumentarfilm, 6’)
Ein mutiges Portrait des irischen Filmemachers Ken Wardrop über seine Mutter. Ihr nackter Körper – durch Wardrops Filmkunst zur Skulptur erhoben – erzählt eine Geschichte voll Leben und Liebe.

You and Me (Regie: Karsten Krause, Deutschland 2009, Collage, 4′, aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen)
Ein kleiner, feiner Film mit Filmmaterial auf Super 8 gedreht aus dem Archiv der Großeltern von Karsten Krause. Auf der Tonebene setzt Karsten Krause das gesprochene Liebesgedicht „may i feel said he“ von E.E. Cummings dagegen. Ein Manifest vergänglicher Zeit und unvergänglicher Gefühle über das Altern.

Pierrick (Regie: Clément Abbey & Arthur Lecouturier, Belgien 2013, Spielfilm, 10′)
Was können zwei Generationen für einander sein? Eine tragische Geschichte über den Umgang mit Trauer – bildgewaltig und dicht erzählt, voller emotionaler Kraft. Blicke, Körper, Gesten und Furchen in Gesichtern und Landschaften.

La Familia (Regie: Mariana Vassileva, Kolumbien 2009, Video, 2′)
Die Videoarbeit der Medienkünstlerin Mariana Vassileva präsentiert das Genrebild einer südamerikanischen Familie in Form eines vergnüglichen, generationenübergreifenden Fotoalbums.

The Terrace (San Thuong) (Regie: Nguyen Ha Phong, Vietnam 2006, Spielfilm, 12’, aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen)
Auf einen im wahrsten Sinne „fabelhaften“ Ausflug nach Vietnam entführt uns dieser Kurzfilm: Ein Vater, ein Sohn, ein Papagei und das Tagebuch der verstorbenen Mutter sind die Zutaten aus denen Phong eine wunderschöne Geschichte strickt, über Nachsicht und Rücksicht zwischen den Generationen.

Kwiz (Regie: Renaud Callebaut, Belgien 2006, Spielfilm, 6‘)
Handyklingeltöne und die Ikonen der klassischen Musik. Wer kennt die Komponisten? Zwei ältere Damen geraten im Wartezimmer einer Arztpraxis in einen irrwitzigen Wettstreit.

Wagah (Regie: Supriyo Sen, Deutschland / Indien 2009, Dokumentarfilm, 12’)
Jeden Abend wird der einzige Grenzübergang an der über 3000 km langen Grenze zwischen Pakistan und Indien zum Ort eines Spektakels für die ganze Familie. Inder und Pakistani, ob jung, ob alt, versammeln sich in Wagah, um das ritualisierte Schließen der Tore zu bestaunen…
In farbenfrohen, gewaltigen Bildern lässt Supriyo Sen seine kindlichen Protagonisten über diesen ungewöhnlichen Ort sinnieren. Eine Dokumentation über Grenzen, die trennen und einen zugleich. Ein Film, der zum Nachdenken anregt.

A Journey Across Grandmother (Regie: Meghana Bisiner, Großbritannien 2005, Animation, 6’, aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen)
Eine liebevolle und poetische Animation über die große Liebe eines Mädchens zu ihrer Großmutter.

Kumm mer lääve (Kasalla) (Regie: Mark Calin Caliman, Deutschland 2013, Musikvideo, 6‘)
„Komm wir leben, bevor wir sterben.“ Aus dem Kontext gerissen eine banale Zeile, wird sie im aktuellen Musikvideo der Nachwuchsstars des Kölner Karnevals mit einer riesigen Portion Leben gefüllt. Die gealterten Bandmitglieder von Kasalla lassen als Bewohner einer Seniorenresidenz die Sau raus. „Lasst uns heute laut sein, vielleicht ist morgen alles still.“

We are happy from ITALY – Pharrell Williams (we are old) (Regie: David Cogni, Paolo Lobbia, Gianpaolo Rizziato & Giacomo Zanni, Italien 2014, Musikvideo, 2)
Eines der unzähligen Beispiele dafür, wie schön es sein kann, alt zu sein und dass nicht nur die junge Generation an den viralen Phänomenen des Youtube-Zeitalters teil hat.

Sterben nicht vorgesehen (Regie: Matthias Stoll, Deutschland 2012, Dokumentarfilm, 25′)
Matthias Stoll erinnert mit seinem sehr persönlichen Dokumentarfilm an seinen Vater und ihre Beziehung zueinander und blickt auf originelle und fesselnde Weise darauf, was war und was bleibt.


Gefördert von

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Wir danken
Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (Martin Gensheimer, Carsten Spicher), Art und Amen (Pfarrer Klaus Bußmann, Katharina Rauh), Deutsch Inc. LA (Paul Roy), DNA – Die Neue Aktionsgalerie (Johann Nowak), Almuth Fricke, Garlic Producciones (Alvaro Gorospe, Claudia Mayer), Philipp Hartmann, Kunsthochschule für Medien Köln (Ute Dilger), KurzFilmVerleih der KurzFilmAgentur Hamburg e.V. (Achim Heyng, Manja Malz), Tasja Langenbach, LUX (Matt Carter, Gil Leung, Daniella Russo, Mike Sperlinger), Mediadiffusion (Emmanuel van Hoof), Pavement Records (Christoph Gros), Picsel Production, sowie allen Filmemacher*innen und Künstler*innen.